Zurück in die Vergangenheit


Ich habe diese Woche zwei Bände des Werkes „Die Habsburgermonarchie 1848 – 1918“
v. A. Wanduszka und P.Urbanitsch, die bisher entliehen waren, endlich von der Uni-Bibliothek erhalten. „Die Völker des Reiches“ und „Verwaltung und Rechtswesen“ fehlten mir u.a. zur Behandlung meines Themas.
Die Kapitel „Nationale Gleichberechtigung der Volksstämme als Verfassungsprinzip“ und „Die Habsburgermonarchie und das Problem des übernationalen Staates“ sollen mir bei der Gegenüberstellung zu der in der Eu noch teilweise ungelösten Minderheitsfragen und der viel diskutierten und gewünschten Übernationalität“ der EU-Bürger helfen.
„Die österreichisch-ungarische Monarchie als Wirtschaftsgemeinschaft“ v. Krisztina Fink entspricht dem Titel nach weitgehendst meinem Thema und steht daher ebenfalls noch auf meiner Wunschliste. Leider war auch dieses Buch bisher verliehen. Ich hoffe jedoch, dass ich es noch für meine Arbeit verwenden kann.

Motiviert durch die beiden „Habsburgermonarchie-Bände“, setzte ich mich in einen Ringwagen und ließ an mir die vielen historischen Bauwerke der Ringstraße, die in der Epoche der DM entstanden sind, an mir vorüberziehen.
Man ist immer wieder fasziniert von den vielen Prunkbauten, die Wien einen imperialen Glanz verleihen. Wie konnte ein so „morbider Staat“, wie die Donaumonarchie in der Vergangenheit dargestellt wurde, in so kurzer Zeit innerhalb weniger Jahrzehnte, diese ungeheuren Geldmittel für diese Großbauten aufbringen? War dieser Doppelstaat tatsächlich nicht nur durch die ungelösten Nationalitätenprobleme, sondern vor allem auch wirtschaftlich am Ende? Man kann letzteres heute verneinen und das bestätigen die Forschungsarbeiten, wie „Die Habsburgermonarchie als Zollunion“ oder „Der österreichisch-ungarische Dualismus als Integrationskonzept“ von John Komlos und Gunter Schall. Ja folgt man den Aussagen der genannten Autoren, so haben der große einheitliche Wirtschaftsraum, das teilweise gelungene Integrationskonzept und die Zollunion. zweifelsfrei für den nachweisbar bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung beigetragen. Vice versa finden diese Grundsätze auch heute in der Europäischen Union Anwendung und Erfolg.

Im Gedanken versuchte ich zu den jeweiligen Ringstraßenbauten die entsprechenden Architekten zu zuordnen. Alle bedeutenden Baumeister Europas der damaligen Zeit haben ihre Spuren in Wien hinterlassen und es stand ihnen die gesamte DM offen. Umgekehrt war das Wiener Theater-Architektenduo Helmer&Fellner in ganz Europa von Odessa bis Berlin, von Czernowitz bis Vorarlberg tätig. Mit dem Erbauer des Wiener Rathauses Friedrich v. Schmidt assoziiere ich den Dom in Fünfkirchen/Pecs und die von ihm ursprünglich als Synagoge geplante und in Käsmark/Kesmarok errichtete evangelische Kirche. Die heute EU-weiten verpflichtenden Ausschreibungen bei Großprojekten verfolgen analog den in der DM vorgezeichneten Weg.

Beeindruckt vom imperialen Wien hat die Ringstraßentour meine Gedanken weiter inspiriert. Hätte sich die Welt nicht vielleicht zwei Weltkriege ersparen können, wenn das von Aurel Constantin Popovici entwickelte Konzept der „Vereinigten Staaten Groß-Österreich“ umgesetzt worden wäre. Das Buch, das mir dem Titel nach bekannt war, wurde mir wieder durch die Straßenbahnfahrt entlang des Ringes in Erinnerung gerufen. Ich habe es bereits in der Uni-Bibliothek geordert. Mir sind zwar die grundsätzlichen Ideen von Popovici bekannt, kenne ab den genauen Inhalt noch nicht.

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